Molybdänbeschichtung - Oberflächenrauhigkeit
Die Molybdänbeschichtung wird durch uns auch als rauhe und unbearbeitete Oberfläche zum Mitnahmeeffekt in mehreren Industriebereichen eingesetzt.
Um eine gezielte Oberflächenrauhigkeit durch die Molybdänbeschichtung herzustellen, muss die Oberfläche der Bauteile gereinigt, entfettet, vorgewärmt und dann gestrahlt werden. Diese Arbeitsschritte sollten in einem kurzen zeitlichen Abstand erfolgen, um eine Oxidationsschicht auf der Werkstück-Oberfläche zu vermeiden.
Anschließend kann durch Drahtflammspritzen der runde 3,14mm starke Plansee-Molybdän-Draht aufgespritzt werden.
Die Molybdänbeschichtung wird in den meisten Fällen mit ca. 100µm flammgespritzt. Diese Schichtstärke ist ausreichend, weil durch das Strahlen bereits eine Oberflächenrauhigkeit erzielt wurde und die Spritzpartikel des feinzerstäubten Molybdän-Drahtes sich in den Kratern abbilden kann.
Die Spitzen der hochstehenden und sehr rauhen Molybdänbeschichtung haben eine Härte von ca. 60HRc und auch die Anhaftung der Partikel auf einem gehärteten Grundwerkstoff sind sehr gut, da diese Schicht selbsthaftend ist. Dieser Mitnahmeeffekt der gezielten Oberflächenrauhigkeit wird in einigen Industriebereichen genutzt, wie z.B. bei:
- Bei Hebezeugen, um eine bessere Verkrallung der gefrästen und gehärteten Backen zu ermöglichen.
- Bei Spannelementen wie Spannfutter, Spannbacken und Spannzangen, diese können durch gezieltes Aufspritzen der Molybdänbeschichtung zur verbesserten Kraftübertragung beitragen.
- Bei Drahtmessrollen, um eine Längenmessung vorzunehmen
- Bei der Papier- und Klebstoffindustrie, um Flüssigkeiten aufzunehmen und diese beim Abrollen wieder auf das Papier und die Folie abzugeben.
- Bei Reibschweißanlagen, für den starken erforderlichen Kraftschluss.
Diese Molybdänbeschichtung für entsprechend gewünschte Oberflächenrauhigkeiten wird, um den Mitnahmeeffekt zu erzielen, nicht zerspant, kann aber versiegelt werden, um eine mögliche Unterkorrosion zu vermeiden. Die Oberfläche kann durch Bürsten im Einsatz beim Zusetzen der Rauhigkeit z.B. bei Bronze oder Aluminium wieder freigearbeitet werden.
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